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Der junge Joseph und die Träume

Neues und Altes aus Seinem Schatze

Joseph, der auch als eines der zwölf Häupter der 144.000 in der Offenbarung angeführt wird, war einer der bemerkenswertesten Traumdeuter in der Bibel. In seinen späten Jugendjahren hatte er zwei eigene Träume. Später, nach dem tragischen Verrat, der ihn in die ägyptische Knechtschaft brachte, deutete er zwei Träume von Gefangenen des Pharaos. Und schließlich empfing der Pharao selbst zwei Träume, die Joseph deuten sollte.

Für die wachsende Familie Israels entpuppten sich Josephs Träume (die zu seiner Verbannung geführt hatten) und die Träume des Pharaos (die Warnungen vor der nahenden Hungersnot gewesen waren) als göttliche Botschaften, die der Rettung der gesamten Familie von mehr als siebzig Personen dienten. Gott wirkte diese wundersame Errettung, indem Er in Ägypten unter der Führung Josephs Getreide einlagern ließ, um nicht nur die Familie Israels, sondern auch ganz Ägypten und Menschen aus anderen Ländern vor dem Hungertod zu retten.

Auf diese Weise wurde Joseph zu einem Typus für den Erlöser und die Träume, mit denen Joseph in seiner Jugend und als junger Erwachsener konfrontiert wurde, hatten prophetischen Charakter für das Ende der Zeiten. D.h. für uns heute müssen sie eine noch größere Botschaft als für die Zeit Josephs beinhalten! Die große Errettung, die Gott für die Patriarchen Israels wirkte, war eine Allegorie für die Wiederkunft Jesu und die Befreiung des Volkes Gottes aus dieser von der Sünde geplagten Welt.

Während wir dir die Träume aus Josephs Generation in diesem Artikel darlegen, sei dir bitte darüber im Klaren, dass es hier auf dieser Erde einen Hafen des Lichts gibt, in den du einlaufen kannst, um erfrischt und gestärkt zu werden, um wieder auszufahren und denjenigen Speise zu bringen, die von deinem Tisch essen, damit diese für die Reise dem Herrn entgegen gestärkt werden.

und die sieben Jahre der Hungersnot begannen zu kommen, so wie Joseph gesagt hatte. Und es war Hungersnot in allen Ländern, aber im ganzen Lande Ägypten war Brot. (1. Mose 41,54).

Der antitypische „Joseph“ (d.h. Jesus) bietet all jenen Rettung an, denen es nach dem Worte Gottes in einer Welt hungert, der es an maßgeblicher Wahrheit – also einer Speise, die man sich „einverleiben“ könnte – inmitten der irreführenden Propaganda dieser irrenden Welt mangelt. Wirst du Seinem Lichte folgen?

Die Träume Josephs

Die elf Getreidegarben verbeugen sich.

Die aufgezeichneten Träume in Josephs Leben waren kurz, jedoch bedeutsam. Der erste lautet wie folgt:

Und als seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder, da haßten sie ihn und vermochten nicht, ihn zu grüßen. Und Joseph hatte einen Traum und teilte ihn seinen Brüdern mit; und sie haßten ihn noch mehr. Und er sprach zu ihnen: Höret doch diesen Traum, den ich gehabt habe: Siehe, wir banden Garben auf dem Felde, und siehe, meine Garbe richtete sich auf und blieb auch aufrecht stehen; und siehe, eure Garben kamen ringsum und verneigten sich vor meiner Garbe. Da sprachen seine Brüder zu ihm: Solltest du gar König über uns sein, solltest du gar über uns herrschen? Und sie haßten ihn noch mehr um seiner Träume und um seiner Worte willen. (1. Mose 37,4-8)

Hier finden wir mehrere Symbole: 12 Garben, von denen sich 11 vor der Garbe Josephs verneigen. Beachte, dass es die Brüder Josephs sind, die den Traum auslegen. Josephs zweiter Traum war ähnlich, und doch verschieden:

Und er hatte noch einen anderen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern und sprach: Siehe, noch einen Traum habe ich gehabt, und siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne beugten sich vor mir nieder. Und er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern. Da schalt ihn sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du gehabt hast? Sollen wir gar kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, um uns vor dir zur Erde niederzubeugen? Und seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn; aber sein Vater bewahrte das Wort. (1. Mose 37,9-11)

Die elf Sterne verbeugen sich.

In diesem Fall ist es Josephs Vater, der die Auslegung gibt. Es ist wichtig, darauf zu achten, wie Jakob den Traum verstand, denn um seine Deutung vollständig zu erfassen, muss man sich in seine Lage versetzen und Leben und Tod aus seiner persönlichen Perspektive betrachten.

Diese Träume kamen nach dem Tod Rahels, Josephs Mutter. Wenn sich Jakob in seiner Deutung auf Josephs Mutter bezieht, die erst in ferner Zukunft wiedererscheinen könnte, um sich vor Joseph zu verneigen, bedeutet dies, dass Jakob die zukünftige Auferstehung vor Augen gehabt haben musste; er verstand den Traum also als ein Zeichen dafür, was im künftigen Leben geschehen würde.

Wir beginnen also bereits biblische Indizien zu erkennen, die uns sagen, dass wir es mit Etwas zu tun haben, das weit mehr für uns – die wir an der Schwelle zur Ewigkeit stehen – bedeutsam ist als für Joseph und seine Generation. Durch den Umstand, dass Joseph in beiden Träumen Verehrung zuteilwird, können wir ebenfalls deutlich sehen, dass er tatsächlich als ein Typus für Jesus stehen muss, denn nur Ihm gebührt Jakobs und Rahels und aller Brüder Josephs (und natürlich auch aller Bewohner des gesamten Universums) Ehrerbietung.

Die üble Behandlung, die Joseph durch seine eigenen Brüder erfuhr, ist eine anschauliche Darstellung der Leiden Christi. Sie zogen Joseph das Gewand aus, warfen ihn in eine Grube und wollten ihn töten; sie verkauften ihn schließlich für 20 Silberlinge und setzten sich ohne Gewissensbisse zu Tisch und aßen das, was Joseph ihnen gebracht hatte. So wurde er von seinem Vater getrennt, in Ägypten falsch angeklagt und ins Gefängnis geworfen.

Auch Christus wurde von einem der Zwölf für 30 Silberlinge verkauft, Seiner Kleider beraubt und in Haft genommen. Die Obersten Seines Volkes beschuldigten Ihn unter falschen Vorwänden und drängten auf Seine rasche Hinrichtung, damit sie hingehen konnten, das Passah zu sich zu nehmen, ungeachtet des Einen, auf den es sich in Wahrheit bezog. Durch die Last der Sünden Seiner Brüder wurde auch Christus von Seinem Vater getrennt.

Hast du dich in deinem Leben mit deinem Erlöser versöhnt, so wie sich Josephs Brüder und besonders Juda sich mit Joseph versöhnten? Wir werden bald die Bedeutung aller Träume für die heutige Zeit analysieren, aber zunächst müssen wir die Kernpunkte aus den restlichen Träumen zusammenfassen.

Die Träume der Gefangenen

Der Mundschenk träumt.

Während Joseph zu Unrecht in Ägypten im Gefängnis saß, wurden zwei von Pharaos Kämmerern inhaftiert und Joseph zeigte an ihnen Interesse, da er über die anderen Gefangenen gesetzt worden war.

Und er fragte die Kämmerer des Pharao, die mit ihm im Hause seines Herrn in Gewahrsam waren, und sprach: Warum sind eure Angesichter heute so trübe? Und sie sprachen zu ihm: Wir haben einen Traum gehabt, und da ist niemand, der ihn deute. Und Joseph sprach zu ihnen: Sind die Deutungen nicht Gottes? Erzählet mir doch. Da erzählte der Oberste der Schenken dem Joseph seinen Traum und sprach zu ihm: In meinem Traume, siehe, da war ein Weinstock vor mir, und an dem Weinstock drei Reben; und sowie er knospte, schoß seine Blüte auf, seine Traubenkämme reiften zu Trauben. Und der Becher des Pharao war in meiner Hand, und ich nahm die Trauben und preßte sie aus in den Becher des Pharao und gab den Becher in des Pharao Hand.Und Joseph sprach zu ihm: Dies ist seine Deutung: Die drei Reben sind drei Tage. In noch drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder in deine Stelle einsetzen, und du wirst den Becher des Pharao in seine Hand geben, nach der früheren Weise, da du sein Schenke warst. Aber gedenke meiner bei dir, wenn es dir wohlgeht, und erweise doch Güte an mir und erwähne meiner bei dem Pharao und bringe mich aus diesem Hause heraus; denn gestohlen bin ich aus dem Lande der Hebräer, und auch hier habe ich gar nichts getan, daß sie mich in den Kerker gesetzt haben. (1. Moses 40,7-15)

Auch hier haben wir wieder einen Traum voll mit auffälliger Symbolik, der für uns (zumindest als Christen) eine viel lebendigere Deutung bereithält, als es zu Josephs Zeiten hätte möglich sein können: wir finden dort einen Weinstock, Zweige, Früchte, den Becher und den Traubensaft (ganz zu schweigen von der Zahl Drei). Jeder Christ weiß, dass Jesus der Weinstock ist und wir die Reben.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun. (Johannes 15,5)

Man beachte, dass Josephs Träume jeweils von anderen interpretiert worden waren, während hier ein anderer träumte und Joseph die Auslegung gab. Es ist oft so, dass Gott das Verständnis von Träumen jemand anderem als dem Träumer gibt. Wenn du folglich Träume erhalten hast und sie nicht vollständig verstehst, könnte es klug sein, den Rat desjenigen zu erbitten, den Gott mit der Weisheit ausgestattet hat, Träume auszulegen, und zwar in Anerkenntnis, dass die „Auslegungen Gottes sind“, wie Joseph selbst anmerkte.

Aber Vorsicht, nicht alle Träume haben eine „gute“ Deutung und wenn du nicht bereit bist, die Auslegung zu akzeptieren, wie sie ist, ist es vielleicht besser, gar nicht erst danach zu fragen. Als warnendes Beispiel dafür steht der Traum des Bäckers, der als nächster in den Aufzeichnungen von Josephs Leben folgt. Er lautet wie folgt:

Der Bäcker träumt.

Und der Oberste der Bäcker sah, daß er gut gedeutet hatte, und er sprach zu Joseph: Auch ich sah in meinem Traume, und siehe, drei Körbe mit Weißbrot waren auf meinem Kopfe, und im obersten Korbe allerlei Eßwaren des Pharao, Backwerk; und das Gevögel fraß sie aus dem Korbe auf meinem Kopfe weg. Und Joseph antwortete und sprach: Dies ist seine Deutung: Die drei Körbe sind drei Tage. In noch drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich an ein Holz hängen, und das Gevögel wird dein Fleisch von dir wegfressen. Und es geschah am dritten Tage, dem Geburtstage des Pharao, da machte er allen seinen Knechten ein Mahl; und er erhob das Haupt des Obersten der Schenken und das Haupt des Obersten der Bäcker unter seinen Knechten. Und er setzte den Obersten der Schenken wieder in sein Schenkamt, daß er den Becher in des Pharao Hand gab; und den Obersten der Bäcker ließ er hängen, so wie Joseph ihnen gedeutet hatte. (1. Mose 40,16-22)

Damit der ganze Sinngehalt des Traums erkannt werden kann, muss zuerst eine Klarstellung erfolgen. In der Lutherbibel wird dieser Ausdruck mit „weiße Körbe“ übersetzt. Zieht man allerdings die Strong’s-Konkordanz zu Rate, dann muss es korrekterweise „Körbe mit Weißbrot“ heißen, wie es die Elberfelder oben richtig sagt. Die Schlachter-Bibel 1951 umgeht das Problem ganz und lässt „Brot“ und „weiß“ gleichermaßen aus. Die Schlachter 2000 hingegen ist korrekt übersetzt. Die Definition für das Wort „weiß“ in diesem Vers lautet denn auch:

H2751
kho-ree'
Aus dem Gleichen wie H2353; Weißbrot: - weiß.

Die Symbole, mit denen wir es hier zu tun haben, sind erneut die Zahl Drei, Körbe mit Weißbrot, Ess- und Backwaren und Vögel, die alles fressen; alles wichtige – im Allgemeinen negative – Symbole, von denen einige (besonders die Vögel) auch in der Offenbarung[1] erwähnt sind. Gebackenes Brot symbolisiert natürlich geistliche Nahrung, aber besonders Weißbrot enthält bekanntlich fast keine Nährstoffe. Dabei handelt es sich um eine Brotsorte, bei der Sauerteig – ein Bild für die Sünde – verwendet wird (im Gegensatz zum ungesäuerten Brot des Heiligtums, das mit Öl, den Heiligen Geist symbolisierend, gebacken wurde).

Daher steht dieser Traum im starken Kontrast zu seinem Gegenstück. Und obwohl diese beiden Träume ein Paar bilden, wurden sie trotzdem von zwei verschiedenen Menschen geträumt. Diese Unterschiede sind wichtig zu beachten und werden später noch deutlicher zu Tage treten.

Die Träume Pharaos

Zwei Jahre später erreichte Josephs Karriere als Traumdeuter unversehens ihren Höhepunkt. Er wurde aus dem Gefängnis gerufen, um die Träume des Pharaos von ganz Ägypten zu interpretieren. Der erste Traum liest sich wie folgt:

Und es geschah nach Verlauf von zwei vollen Jahren, daß der Pharao träumte: und siehe, er stand am Strome. Und siehe, aus dem Strome stiegen sieben Kühe herauf, schön von Ansehen und fett an Fleisch, und sie weideten im Riedgrase. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Strome herauf, häßlich von Ansehen und mager an Fleisch, und sie standen neben den Kühen am Ufer des Stromes. Und die Kühe, die häßlich von Ansehen und mager an Fleisch waren, fraßen die sieben Kühe, die schön von Ansehen und fett waren. Und der Pharao erwachte. (1. Mose 41,1-4)

Es ist wichtig, weitere Details zu beachten, die später in diesem Kapitel erwähnt werden:

Da sprach der Pharao zu Joseph: In meinem Traume, siehe, da stand ich am Ufer des Stromes. Und siehe, aus dem Strome stiegen sieben Kühe herauf, fett an Fleisch und schön von Gestalt, und sie weideten im Riedgrase. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen herauf, dürr und sehr häßlich von Gestalt und mager an Fleisch; ich habe wie diese an Häßlichkeit keine gesehen im ganzen Lande Ägypten. Und die mageren und häßlichen Kühe fraßen die sieben ersten fetten Kühe; und sie kamen in ihren Bauch, und man merkte nicht, daß sie in ihren Bauch gekommen waren, und ihr Ansehen war häßlich, wie im Anfang. Und ich erwachte. (1. Mose 41,17-21)

Die zentralen Symbole sind ein Fluss, Kühe und zweimal die Zahl Sieben.

Der zweite Traum des Pharaos war wieder ähnlich:

Und ich sah in meinem Traume, und siehe, sieben Ähren wuchsen auf an einem Halme, voll und schön. Und siehe, sieben Ähren, dürftig, mager, vom Ostwinde versengt, sproßten nach ihnen auf; und die mageren Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren. Und ich habe es den Schriftgelehrten gesagt; aber da war keiner, der es mir kundtat. (1. Mose 41,22-24)

Zu den hauptsächlichsten Symbolen gehören erneut zweimal die Sieben, aber diesmal gibt es einen Halm (statt des Flusses), auf dem das Getreide (statt der Kühe) wuchs.

Diejenigen, die unsere einleitende Artikelserie mit dem Titel Das Opfer Philadelphias gelesen haben, sollten sich daran erinnern können, dass die sieben mageren Jahre der Träume des Pharao nicht nur eine Prophezeiung für das damalige Ägypten waren, sondern besonders für die Endzeit – eine Zeit, in der wir uns bereits befinden. Diese Tatsache wird durch die Träume selbst deutlich und das bringt uns zum Hauptthema und Ziel unserer Studie: verstehen zu lernen, was diese Träume für unsere Zeit bedeuten.

Bevor wir sie jedoch entschlüsseln werden, sollten wir die Eckdaten aller Träume einmal tabellarisch zusammenfassen. Diese Tabelle wird uns eine wertvolle visuelle Denkhilfe sein:

Die Träume im Leben Josephs.

Die Träume wurden eindeutig paarweise gegeben. Das erste Paar empfing Joseph, als er noch zu Hause war, das zweite Paar erhielten der Mundschenk und der Bäcker im Gefängnis und das dritte Paar träumte der Pharao in seinem Palast. Beachte bitte, dass das mittlere Paar auf zwei verschiedene Personen verteilt ist, was durch die gestrichelte Linie angedeutet ist.

Außerdem wäre zu beachten, dass die Traumpaare immer gewisse Zahlen gemein haben: Josephs Träume beinhalten beide die Zahl 11 (oder die 12, Joseph miteingerechnet), die Gefängnisträume beinhalten beide die Zahl 3 und in den zwei Palastträumen finden wir jeweils die Zahlen 7 + 7 erwähnt. Hierbei handelt es sich ausschließlich um biblische Zahlenangaben mit wichtigen Bedeutungen.

Von Vergangenheit zur Gegenwart

Wenn wir verstehen wollen, was diese Träume für uns heute bedeuten, wollen wir zunächst die weitverbreitete falsche Vorstellung ablegen, dass die offenbar jeweils doppelt vorhandenen Träume Paare mit ein- und derselben Bedeutung wären. Diese Vorstellung geht auf eine Aussage Josephs selbst zurück, die er im Zusammenhang mit den Träumen des Pharaos machte,[2] und deshalb herrscht die allgemeine Meinung vor, dass es auch so sein müsse.

Allerdings ist es oft so, dass Träume (oder Visionen oder Prophezeiungen im Allgemeinen) erst im Laufe der Zeit ihre wahre Bedeutung entfalten. Gott kennt das Ende von Anfang an; und wenn Er einen Traum gibt, legt Er in ihn oftmals mehrere Bedeutungsebenen hinein. So mag ein Traum der unmittelbaren Anleitung des Menschen, der ihn empfängt, dienen (wie es bei den Träumen des Pharaos der Fall war), und gleichzeitig eine tiefere Bedeutung haben, die erst dann vollständig verstanden werden kann, wenn „die Fülle der Zeit gekommen ist“.

Wenn wir also die göttliche Eingebung von Josephs Traumdeutungen, die in der Bibel aufgezeichnet sind, anerkennen, sollten wir nicht davon ausgehen, dass seine historische Auslegung das letzte Wort in dieser Angelegenheit darstellt. Das Wort Gottes ist lebendig und wir möchten gerne verstehen, was uns der lebendige Gott durch diese Träume heute sagen möchte. Und um das zu erfahren, müssen wir alles sehr sorgfältig prüfen und dürfen nicht einfach davon ausgehen, dass die Dinge immer das Gleiche bedeuten, obwohl sie das gar nicht tun.

Beispielsweise gibt es zwischen den ersten beiden Träumen einen offensichtlichen Unterschied. Der erste spricht von Joseph und seinen Brüdern, aber nicht von Jakob und Rahel. Wie wir bereits festgestellt haben, hatte Jakob – der in seiner Generation in Bezug auf geistliche Dinge sicherlich weiser war als der durchschnittliche Mensch heute, der durch fast vier weitere Jahrtausende der Sünde einen degenerierenden Prozess durchlief – durchaus verstanden, dass Sonne und Mond, die Joseph Huldigung erwiesen, sich auf das zukünftige Leben nach Rahels Auferstehung beziehen müssen. Aber er glaubte sicherlich nicht, dass er sich vor Joseph verneigen müsse, nicht einmal im Himmel:

Und er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern. Da schalt ihn sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du gehabt hast? Sollen wir gar kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, um uns vor dir zur Erde niederzubeugen? Und seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn; aber sein Vater bewahrte das Wort. (Genesis 37,10-11)

In seinem Glaubenssystem erwartet man das Kommen des Messias, der die Toten auferwecken und die ewige Stadt, „die ohne Hände gemacht ist“, errichten würde. Das ist es, auf was die Sterne deuteten. Es war der Messias und nicht Joseph, vor dem sich Jakob einst verbeugen würde. Er verstand nicht, dass Joseph im Traum als Typus für ebendiesen Messias dargestellt worden war; er verstand den Traum also nur im Hinblick auf die buchstäblichen Personen.

Rückblickend ist es gemäß dem biblischen Bericht völlig offenkundig, dass sich Josephs Brüder allerdings buchstäblich vor Joseph verneigten, als sie nach Ägypten kamen, um Getreide zu kaufen.[3]

Und Joseph, er war der Gebieter über das Land, er verkaufte das Getreide allem Volke des Landes. Und die Brüder Josephs kamen und beugten sich vor ihm nieder, mit dem Antlitz zur Erde. (Genesis 42,6)

Somit erfüllte sich der erste Traum, in dem sich die 11 Garben vor Josephs Garbe verneigten. Wichtig ist auch zu verstehen, dass der symbolische Kontext perfekt passt: sie verbeugten sich vor ihm, um Getreide zu kaufen – genau das Symbol, das im Traum dargestellt wurde.

Der zweite Traum hingegen erfüllte sich nie buchstäblich. Die Bibel erwähnt nirgendwo, dass Jakob sich vor Joseph verneigte (und Rahel konnte das ohnedies auf keinen Fall mehr getan haben). Außerdem war der durch die Symbole des Traums gegebene Kontext nicht vorhanden. Was hatte Josephs Generation mit der Sonne, dem Mond und den Sternen zu tun?

Man muss also eingestehen, dass sich der zweite Traum historisch betrachtet nicht in ähnlicher Weise erfüllt hatte wie der erste Traum und deshalb auch eine andere Bedeutung haben muss – eine Bedeutung, in der die Himmelskörper in irgendeiner Weise miteinbezogen sein müssen (so wie das Getreide bei der Erfüllung des ersten Traumes miteinbezogen war).

Die Sterne aus Josephs Traum

Ungeachtet seines Zweifels daran, sich jemals vor Joseph verbeugen zu müssen, erwartete Jakob dennoch eine zukünftige Erfüllung von Josephs Traum. Er empfand den Traum seines Sohnes als wahr und erkannte, dass sich der Traum zukünftig im Geschlecht Josephs auf irgendeine Weise erfüllen würde, wie man aus dem Segen ableiten kann, den er auf seinem Sterbebett spendete:

Sohn eines Fruchtbaumes ist Joseph, Sohn eines Fruchtbaumes am Quell; die Schößlinge treiben über die Mauer. Und es reizen ihn und schießen, und es befehden ihn die Bogenschützen; aber sein Bogen bleibt fest, und gelenkig sind die Arme seiner Hände durch die Hände des Mächtigen Jakobs. Von dannen ist der Hirte, der Stein Israels: von dem Gott deines Vaters, und er wird dir helfen, und dem Allmächtigen, und er wird dich segnen mit Segnungen des Himmels droben, mit Segnungen der Tiefe, die unten liegt, mit Segnungen der Brüste und des Mutterleibes. Die Segnungen deines Vaters überragen die Segnungen meiner Voreltern bis zur Grenze der ewigen Hügel. Sie werden sein auf dem Haupte Josephs und auf dem Scheitel des Abgesonderten unter seinen Brüdern. (1. Mose 49,22-26)

Die „ewigen Hügel“ beziehen sich auf die Konstellationen des Himmels. Die Bedeutung jedes Teils dieses Segens wird ausführlich in Das Geheimnis der Heiligen Stadt erklärt, aber für den jetzigen Zweck reicht es aus zu betonen, dass Jakob einen zukünftigen Segen (Gott „wird dich segnen“) von himmlischer Natur spendete. Dieser Aspekt des Segens wird noch deutlicher, als Moses ihn vor seinem Tod erneut rezitierte:

Und von Joseph sprach er: Gesegnet von Jehova sei sein Land - vom Köstlichsten des Himmels, vom Tau, und von der Tiefe, die unten lagert; und vom Köstlichsten der Erträge der Sonne und vom Köstlichsten der Triebe der Monde; und vom Vorzüglichsten der Berge der Urzeit und vom Köstlichsten der ewigen Hügel; und vom Köstlichsten der Erde und ihrer Fülle; - und das Wohlgefallen dessen, der im Dornbusch wohnte: Es komme auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Abgesonderten unter seinen Brüdern! Sein ist die Majestät des Erstgeborenen seines Stieres; und Hörner des Wildochsen sind seine Hörner. Mit ihnen wird er die Völker niederstoßen allzumal bis an die Enden der Erde. Und das sind die Zehntausende Ephraims, und das die Tausende Manasses. (5. Mose 33,13-17)

Hier werden besonders Sonne und Mond sowie die Konstellationen (die Berge der Urzeit, die ewigen Hügel) und das „Vorzüglichste“ (d.h. die Planeten) spezifisch erwähnt.

Der himmlische Kontext von Josephs zweitem Traum und die Hinweise auf die Sterne in Jakobs Segen weisen auf die Endzeit hin (was auch der Segen Mose hervorhebt). Dies entspricht ebenfalls der folgenden Prophezeiung Daniels:

Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne, immer und ewiglich. (Daniel 12,3)

Und dies beweist uns nun auch, dass wir – wenn wir verständige Instrumente sein wollen, um noch viele zur Gerechtigkeit zu weisen – zum Himmel aufschauen und uns über die biblische Bedeutung von Himmelskörpern und Ereignissen Gedanken machen müssen, die speziell für die Endzeit als Zeitmarkierungen gegeben wurden. Man muss verlernen, alle Weisheit in den Sternen, kategorisch als heidnische Astrologie abzulehnen und stattdessen anfangen, den Schöpfer ebendieser Sterne zu befragen, ob Er uns erlaubt, die ihnen von Ihm zugedachte Bedeutung zu entdecken.

Der nächste Teil dieser Serie wird genau das tun und die Bedeutung der Träume von Josephs Generation im Lichte der Sterne des Himmels offenlegen. Wenn du ein wenig besorgt sein solltest, diese Reise zu den Sternen zu unternehmen, wird vielleicht auch dir das Wort Gottes an Jakob zur Stärkung dienen:

Und Israel brach auf und alles, was er hatte, und kam nach Beerseba; und er opferte Schlachtopfer dem Gott seines Vaters Isaak. Und Gott sprach zu Israel in den Gesichten der Nacht und sagte: Jakob! Jakob! Und er sprach: Hier bin ich. Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn zu einer großen Nation will ich dich daselbst machen. Ich will mit dir nach Ägypten hinabziehen, und ich will dich auch gewißlich heraufführen; und Joseph soll seine Hand auf deine Augen legen. (1. Mose 46,1-4)

Jetzt, da du diesen ersten Teil gelesen hast, hast du bereits den ersten Schritt auf dieser Reise getan. Hast du aber schon Beerseba mit allem, was du hast, einschließlich aller Seelen, die dir nachfolgen, erreicht? Sei stark und fürchte dich nicht, denn Gott wird dich auf dieser Reise begleiten und dich mit viel Zuwachs ins (himmlische) Kanaan „heraufführen“!

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1.
Siehe Offenbarung 19,17.21. 
2.
1. Mose 41,25-26 – Und Joseph sprach zum Pharao: Der Traum des Pharao ist einer; was Gott tun will, hat er dem Pharao kundgetan. Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben schönen Ähren sind sieben Jahre; ein Traum ist es.  
3.
Siehe 1. Mose 41,43 und 42,6 
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